Grobe Fahrlässigkeit bei der Kfz Versicherung – Definition
Die Unterscheidung von Fahrlässigkeit und grober Fahrlässigkeit ist in der Versicherungswirtschaft von großer Bedeutung. Denn sie ist oftmals ausschlaggebend dafür, ob eine Versicherung zahlen muss oder nicht. So verhält es sich auch bei der groben Fahrlässigkeit im Rahmen der Autoversicherung – der Teilkasko und Vollkasko Versicherung.
Grobe Fahrlässigkeit: Definition
Eine eindeutige Definition der groben Fahrlässigkeit ist nicht einfach – denn kleinste Unterschiede die Situation betreffend und unterschiedlich rechtliche Auslegungen machen es nicht einfach zu definieren, was einfache und was grobe Fahrlässigkeit ist. Die Folgen im Rahmen der Autoversicherung, also im Rahmen der Teilkasko aber auch Vollkasko Versicherung, sind klar: liegt eine grobe Fahrlässigkeit vor, so ist der Versicherungsschutz in Gefahr.
Klassische Beispiele für (grobe) Fahrlässigkeit
Fahrlässige Verhaltensweise im Straßenverkehr
Eine Unachtsamkeit im Straßenverkehr, das Nehmen einer Vorfahrt – häufige Unfallursachen, den dem Begriff Fahrlässigkeit zuzuordnen sind. Aus Sicht des Versicherungsschutzes kein Problem, denn Fehler sind menschlich. Problematisch wird es jedoch, wenn eine „grobe Fahrlässigkeit“ nachgewiesen werden kann. Das klassische Beispiel im Rahmen der Autoversicherung:
- Trunkenheit am Steuer. Ein Tabu, das nicht nur Gefahr für den Fahrer , die Mitfahrer und andere Verkehrsteilnehmer darstellt, sondern auch mit großer Sicherheit dafür sorgt, dass die Folgekosten eines Unfalls aus eigener Tasche beglichen werden müssen.
- Aber auch das Überfahren eines Stoppschildes oder einer roten Ampel,
- das ablenken lassen durch das Kind oder den Hund auf der Rückbank,
- das Mobiltelefonieren etc. können den Tatbestand der groben Fahrlässigkeit im Falle eines Unfalles erfüllen.
- Auch eine allzu unangemessene Geschwindigkeit (z.B. 250km/h bei regennasser Fahrbahn) kann als grobe Fahrlässigkeit ausgelegt werden – wobei gerade hier die Grenzen nicht klar definiert sind, und im Zweifel vor Gericht eine Definition der groben Fahrlässigkeit erfolgen muss.
Die grobe Fahrlässigkeit bei der Kfz Haftpflicht
Oben genannte Beispiele beziehen sich primär auf die Teilkasko und Vollkasko Versicherung. Im Rahmen der Kfz Haftpflicht Versicherung ist der Autoversicherer auch bei grober Fahrlässigkeit zur Leistung verpflichtet. Lediglich das Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, bei unbefugter Nutzung des Kfz oder bei einer Fahrerflucht kann sich die Autoversicherung bis zu 5.000 Euro pro Unfall zurückholen. Bei einem vorsätzlich verursachten Unfall muss natürlich der Versicherte die gesamten Kosten tragen.
Grobe Fahrlässigkeit versichern
Bei der Kfz Tarifwahl: Versicherungsschutz bei grober Fahrlässigkeit
Einige Anbieter für Kfz Versicherung bieten die Option an, auch die grobe Fahrlässigkeit mitzuversichern. Genauer gesagt den „Verzicht auf den Einwand bei grober Fahrlässigkeit“. Ist das Übersehen eines Stoppschildes oder die Ablenkung durch das quengelnde Kind die Ursache für einen Unfall, so übernimmt die Autoversicherung die Kosten. Einige Versicherer haben die grobe Fahrlässigkeit bereits in ihrem Standardtarif inkludiert, andere bieten sie als Zusatzoption an. Was jedoch niemals versichert werden kann: Alkohol oder Drogen am Steuer.
Wert auf grobe Fahrlässigkeit legen
Auch beim Vergleich mit dem Autoversicherungsrechner
Der Autoversicherungsrechner fragt beim Erheben der für die Berechnung benötigten Daten auch ab, ob ein Versicherungsschutz auch bei grober Fahrlässigkeit erwünscht ist. Wird hier „ja“ ausgewählt, werden im Ergebnis auch nur die entsprechenden Tarife angezeigt.





