Rückstufung Schadenfreiheitsklasse
Eine hohe Einstufung in die Schadenfreiheitsklasse ist mit jahrelanger, unfallfreier Fahrpraxis verbunden – und eine Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse nach einem Unfall sehr ärgerlich. Doch diese muss nicht immer sein. Unter bestimmten Umständen rechnet es sich, Maßnahmen zu ergreifen um eine Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse zu verhindern.
Schadenfreiheitsklasse und –rabatt
Das Prinzip ist klar: für jedes unfallfrei gefahrene Jahr wird der Versicherungsnehmer im Folgejahr in eine günstigere Schadenfreiheitsklasse eingestuft. Diese ist die Grundlage für den Schadenfreiheitsrabatt. Dieser kann je nach Versicherer unterschiedlich ausfallen. Und entsprechend dieser Prozentsätze wird auf die Versicherungsprämie für die Autoversicherung ein Rabatt gewährt. Ein Anhaltspunkt darüber, wie hoch dieser ausfallen kann, kann auch der Schadenfreiheitsklasse-Tabelle entnommen werden. Ist der Versicherungsnehmer Verursacher eines Unfalls, und wird der Schaden über die Autoversicherung abgerechnet (Kfz Haftpflicht oder Vollkasko), so erfolgt eine Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse. Und somit auch des Schadenfreiheitsrabatts. Die Folgesind höhere Kosten für die Autoversicherung, und das über Jahre hinweg.
Wie weit erfolgt eine Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse nach einem Schadensfall?
Die Versicherer verfügen über interne Rückstufungstabellen, anhand derer die Rückstufung im Schadensfall erfolgt. Es kann also nicht verallgemeinert gesagt werden, um wie viele Schadenfreiheitsklassen die Rückstufung erfolgt. Was jedoch klar ist: Nach einem Unfall ist die Rückstufung meist noch moderat. Ab dem zweiten Unfall innerhalb eines Jahres jedoch kann die Rückstufung sehr drastisch sein. Je nach Ausgangssituation hat man als Versicherungsnehmer nun wieder den Status eines Fahranfängers bei der Autoversicherung.
Rabattretter und Rabattschutz
Die Versicherung gegen eine Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse
Es gibt auch einen Schutz vor der Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse. Für Versicherte mit langjähriger Unfallfreiheit ist der Rabattretter oftmals eine kostenfreie Zusatzversicherung. Jedoch muss man sich hier in der Regel erst die Schadenfreiheitsklasse 25 erarbeitet haben. Dann schützt der Rabattretter bei einem Unfall vor einem geringeren Schadenfreiheitsrabatt. Der Rabattschutz hingegen ist eine kostenpflichtige Zusatzversicherung, der einer breiteren Zielgruppe zur Verfügung steht – und den sich die Anbieter für Autoversicherung auch bezahlen lassen. Er ist relativ teuer, kann bis zu 15% der Versicherungsprämie ausmachen. Und somit gilt es durchzurechnen, ob diese Versicherung gegen eine Rückstufung auch wirtschaftlich sinnvoll ist.
Den Schaden selbst begleichen um eine Rückstufung zu vermeiden
Gerade bei kleineren Schäden empfiehlt es sich durchzurechnen, ob sich das Bezahlen des Schadens aus eigener Tasche lohnt. Dabei ist keine Eile gegeben – auch im Nachhinein kann der Versicherte die Kosten übernehmen. Oftmals jedoch werden kleinere Blechschäden erst gar nicht der Autoversicherung gemeldet, sondern direkt mit dem Geschädigten oder mit der Werkstatt verrechnet. Denn in diesen Fällen ist diese Variante langfristig günstiger als eine Rückstufung in der Autoversicherung hinnehmen zu müssen. Man kann auch erst einmal den Schaden durch die Autoversicherung begleichen lassen, und sich im Nachhinein für eine Selbstregulierung entscheiden. Hier sollte man jedoch darauf achten, gewisse Fristen einzuhalten.





